Ein Platz, der in drei Verzeichnissen als ganzjährig geöffnet geführt wird, meldet sich im Dezember nicht. Beim vierten Versuch geht jemand ans Telefon und erklärt, dass geöffnet in diesem Fall heißt: Die Dauercamper kommen aufs Gelände, die Sanitäranlage ist zu, Wasser gibt es an einer einzigen Zapfstelle, und Kurzaufenthalte nimmt man erst wieder ab April.
Diese Auskunft ist typisch, sie steht aber in keinem Verzeichnis. Wintercamping scheitert selten am Wetter und fast immer an Angaben, die im Sommer stimmen und im Januar etwas ganz anderes bedeuten.
Was hilft, ist eine kurze, feste Prüfroutine vor der Buchung und ein realistisches Bild davon, woraus sich die Rechnung im Winter zusammensetzt. Beides lässt sich in einer halben Stunde erledigen und erspart die Fahrt an einen geschlossenen Schranken.
- Kernfrage: ist das beheizte Sanitärgebäude geöffnet, und wie lange täglich
- Zweite Frage: gibt es frostsichere Wasserentnahme und eine offene Entsorgungsstation
- Dritte Frage: wie wird Strom abgerechnet und mit wie viel Ampere ist der Anschluss abgesichert
- Kostenstruktur: Stellplatz, Personen, Strom, Kurtaxe – im Winter dominiert der Strom
- Häufige Einschränkung: Zelte werden in der kalten Jahreszeit oft gar nicht aufgenommen
- Sicherheit: Kohlenmonoxidmelder im Fahrzeug, im Notfall 112
Campingplatz im Winter: wie man Ganzjahresplätze findet
Einen Campingplatz im Winter zu finden, beginnt nicht bei der Landschaft, sondern beim Filter. In den gängigen Verzeichnissen und Apps lässt sich nach ganzjähriger Öffnung suchen; das Ergebnis ist eine Vorauswahl, keine Buchungsgrundlage.
Die zweite Stufe ist die Plausibilitätsprüfung. Plätze in Skigebieten, in Kurorten, in Städten und an großen Verkehrsachsen haben im Winter meist echten Betrieb, weil sie eine Nachfrage bedienen. Ein Naturplatz an einem See ohne Wintertourismus hat sie in aller Regel nicht.
Die dritte Stufe ist der Anruf. Fünf konkrete Fragen klären in wenigen Minuten, was auf keiner Seite steht: Sanitär, Wasser, Entsorgung, Strom, Aufnahme von Kurzgästen. Wer diese Reihenfolge einhält, sortiert die Hälfte der Treffer aus, bevor er sich festlegt.
Ganzjährig geöffnet heißt nicht ganzjährig gleich ausgestattet
Der Begriff ist nicht geschützt und wird sehr unterschiedlich verwendet. Er kann bedeuten, dass der volle Betrieb weiterläuft, dass nur Dauercamper Zutritt haben, dass die Rezeption nur an wenigen Tagen besetzt ist oder dass ein Teil des Geländes gesperrt ist.
Am häufigsten betrifft die Einschränkung die Sanitäranlage. Große Plätze schließen im Winter einzelne Gebäude und betreiben nur eines beheizt, oft mit reduzierten Öffnungszeiten. Für einen Aufenthalt mit dem Wohnwagen ist genau dieses eine Gebäude der entscheidende Punkt.
Die zweite häufige Einschränkung betrifft die Zufahrt. Nicht jeder Weg auf dem Gelände wird geräumt, und manche Stellplätze sind mit einem schweren Gespann bei Schnee nicht erreichbar. Beides erfährt man nur durch Nachfragen. Grundlegendes zum Betrieb eines Campingplatzes ordnet die Begriffe ein.
Die Quellen, die tatsächlich weiterhelfen
Gedruckte und digitale Campingführer der großen Verbände sind die verlässlichste Basis, weil sie Plätze nach festen Kriterien bewerten und die Angaben regelmäßig prüfen. Ihre Winterangaben sind trotzdem eine Momentaufnahme des Vorjahres.
Apps und Plattformen mit Nutzerbewertungen ergänzen das um aktuelle Beobachtungen. Nützlich sind dort weniger die Sterne als die Kommentare aus den Wintermonaten: Wer im Januar geschrieben hat, dass die Dusche kalt war, liefert die Information, die im offiziellen Eintrag fehlt.
Die dritte Quelle sind die Tourismusverbände der Region. Sie führen häufig Listen der im Winter geöffneten Betriebe und wissen, welcher Platz tatsächlich Gäste aufnimmt. Für die Auswahl der Region selbst hilft die Systematik aus dem Beitrag zu Drei-Tage-Touren.
Wie man eine Angabe prüft, bevor man losfährt
Der Anruf dauert drei Minuten, wenn man die Fragen vorbereitet hat. Erstens: Ist das Sanitärgebäude beheizt und zu welchen Zeiten geöffnet? Zweitens: Gibt es warmes Wasser an Duschen und Spülen, und ist es im Preis enthalten?
Drittens: Wo befindet sich eine frostsichere Wasserentnahme, und ist die Entsorgungsstation für Chemietoilette und Grauwasser in Betrieb? Viertens: Wie wird Strom abgerechnet, nach Verbrauch oder pauschal, und mit wie viel Ampere ist die Säule abgesichert?
Fünftens: Werden Kurzaufenthalte aufgenommen, und gibt es eine Mindestaufenthaltsdauer? Wer diese fünf Antworten hat, weiß mehr als jedes Verzeichnis hergibt, und die Antworten lassen sich in einer kurzen Notiz festhalten und beim nächsten Winter wiederverwenden.
Sanitär: die vier Punkte, die den Aufenthalt entscheiden
Der erste Punkt ist die Beheizung. Ein unbeheizter Sanitärraum bei minus fünf Grad ist nicht unangenehm, sondern der Grund, warum man nach zwei Nächten abreist. Beheizt heißt außerdem nicht warm; nachgefragt wird nach der tatsächlichen Raumtemperatur.
Der zweite ist die Warmwasserversorgung. Manche Plätze rechnen Duschen über Münzen oder Chipkarten ab, andere schließen die Dusche im Winter ganz und lassen nur Waschbecken offen. Das ist eine Information, die den Aufenthalt prägt.
Der dritte ist die Entfernung. Zweihundert Meter zum Sanitärgebäude sind im Juli belanglos und im Januar bei Dunkelheit und Glätte ein tägliches Thema, besonders mit Kindern. Der vierte Punkt ist die Öffnungszeit: Gebäude, die nachts abgeschlossen werden, sind bei Ganzjahresbetrieb keine Seltenheit.
Wasser und Entsorgung bei Frost
Die meisten Wasserleitungen auf einem Campingplatz liegen flach und werden im Winter abgestellt, damit sie nicht platzen. Übrig bleiben ein oder zwei frostsichere Zapfstellen, meist am Sanitärgebäude, und die Wasserversorgung wird zum Transportproblem.
Praktisch heißt das: Kanister statt Schlauchanschluss. Zwei Zehn-Liter-Kanister und ein Handwagen sind im Winter das nützlichste Zubehör, weil sie den Gang zur Zapfstelle auf einmal täglich reduzieren.
Bei der Entsorgung ist die Ausgussstation der kritische Punkt. Ist sie eingefroren oder gesperrt, muss die Kassette anderswo entleert werden. Grauwasser wird nie auf den Stellplatz gelassen – das ist auf jedem Platz untersagt und im Frost zusätzlich eine Rutschgefahr.
Strom: die Größe, die im Winter zur Hauptsache wird

Im Sommer ist Strom eine Nebenposition, im Winter wird er zur größten Einzelgröße auf der Rechnung. Heizung, Warmwasser und Zusatzheizkörper laufen dauerhaft, und der Verbrauch pro Tag erreicht je nach Aufbau und Außentemperatur schnell den niedrigen zweistelligen Kilowattstundenbereich.
Deshalb rechnen fast alle Plätze im Winter nach Verbrauch ab und nicht pauschal. Wer eine Pauschale angeboten bekommt, prüft, ob sie eine Obergrenze enthält; unbegrenzte Winterpauschalen sind selten und meist teuer kalkuliert.
Der zweite technische Punkt ist die Absicherung. Ein Anschluss mit sechs Ampere liefert bei 230 Volt rund 1,4 Kilowatt, zehn Ampere etwa 2,3 und sechzehn Ampere rund 3,7 Kilowatt. Wer Heizlüfter und Wasserkocher gleichzeitig betreibt, löst bei sechs Ampere den Automaten aus, und zwar nachts.
Gas: Verbrauch, Flaschentausch und die Sorte
Wer nicht elektrisch heizt, heizt mit Gas, und dann entscheidet die Sorte. Propan bleibt bis weit unter den Gefrierpunkt gasförmig und funktioniert im Winter zuverlässig. Butan verdampft bereits um null Grad kaum noch und fällt bei Frost praktisch aus.
Der Verbrauch steigt mit sinkender Temperatur deutlich an. Eine Flasche, die im Herbst zwei Wochen hält, ist bei anhaltendem Frost in wenigen Tagen leer. Wer plant, rechnet mit dem Mehrfachen des Sommerwerts und klärt vorab, ob auf dem Platz getauscht werden kann.
Sicherheitsseitig gehören zwei Dinge dazu: eine regelmäßig geprüfte Gasanlage und ein Kohlenmonoxidmelder im Innenraum. Kohlenmonoxid ist geruchlos, und bei geschlossenen Fenstern im Winter ist die Gefahr höher als im Sommer. Bei Kopfschmerzen, Übelkeit oder Benommenheit gilt: sofort ins Freie und 112 wählen.
Was auf der Rechnung tatsächlich steht
Die Kalkulation ist überall ähnlich aufgebaut, auch wenn die Beträge weit auseinandergehen. Die folgende Aufstellung zeigt die Positionen, nach denen abgerechnet wird, und wie sie sich im Winter verhalten.
| Position | Abrechnung | Verhalten im Winter | Beeinflussbar |
|---|---|---|---|
| Stellplatz | pro Nacht | oft niedriger als in der Hochsaison | durch Platzwahl |
| Personen | pro Person und Nacht | unverändert | nein |
| Strom | pro Kilowattstunde | größte Position | stark, über Dämmung und Heizverhalten |
| Warmwasser, Dusche | Münze, Chip oder inklusive | häufiger separat berechnet | teilweise |
| Kurtaxe, Gästebeitrag | pro Person und Nacht | in Kurorten unverändert fällig | nein |
| Hund, Müll, Endreinigung | pauschal | unverändert | nein |
Die einzige wirklich beeinflussbare Position ist der Strom. Eine zusätzliche Isolierung am Boden, geschlossene Rollos in der Nacht und ein Vorzelt als Kälteschleuse senken den Verbrauch messbar, ohne dass es drinnen kälter wird.
Wo die Kosten im Winter höher liegen als im Sommer
Der Stellplatzpreis selbst ist im Winter häufig niedriger, weil die Nachfrage geringer ist. Das gilt allerdings nicht in Skiregionen, wo die Wintersaison die Hauptsaison ist und die Preise entsprechend über denen des Sommers liegen können.
Höher liegen fast immer die Nebenkosten: Strom nach Verbrauch, häufiger separat berechnetes Warmwasser, Gas in größerer Menge. In der Summe ist eine Winterwoche mit Heizung selten günstiger als eine Sommerwoche, oft eher teurer.
Dazu kommen Positionen, die im Sommer nicht anfallen: Räumdienst-Pauschalen auf einzelnen Plätzen, Mindestaufenthaltsdauer über Feiertage und gelegentlich eine Winterpauschale für Dauercamper, die für Kurzgäste nicht gilt.
Saisonplatz, Dauerstandplatz und Kurzaufenthalt
Beim Kurzaufenthalt wird pro Nacht abgerechnet, der Platz wird zugewiesen, und die Flexibilität ist am größten. Das ist die Form, die für Wochenenden und einzelne Wochen infrage kommt, und zugleich die, die im Winter am häufigsten nicht angeboten wird.
Der Saisonplatz gilt für einen festgelegten Zeitraum, etwa eine Winter- oder Sommersaison, und wird als Gesamtbetrag abgerechnet. Er lohnt sich ab etwa vier bis sechs Wochen Nutzung und bindet das Fahrzeug an einen Ort.
Der Dauerstandplatz läuft über das ganze Jahr und ist die Form, in der viele Plätze im Winter überhaupt noch Gäste haben. Für Reisende ist er uninteressant, erklärt aber, warum ein Platz geöffnet ist, ohne Kurzgäste aufzunehmen.
Regionen, in denen die Suche einfacher ist
Am dichtesten ist das Angebot dort, wo der Winter selbst der Reisegrund ist: in den Alpen und ihren Vorbergen, in den größeren Mittelgebirgen mit Skibetrieb und in Regionen mit Thermen und Kurbetrieb.
Die zweite Gruppe sind Stadtplätze. Sie bleiben oft ganzjährig offen, weil sie von Geschäftsreisenden, Handwerkern und Durchreisenden leben, und sie haben in der Regel funktionierende Infrastruktur. Landschaftlich sind sie kein Ziel, als Basis für Tagesausflüge funktionieren sie gut.
Am dünnsten ist das Angebot in reinen Sommerregionen an Seen und Flüssen. Wo im Sommer Naturplätze wie im Beitrag über Naturcampingplätze im Schwarzwald und Allgäu die erste Wahl sind, ist im Januar oft alles geschlossen.
Stellplatz vor Ort: Untergrund, Sonne, Schneelast

Ein befestigter oder geschotterter Standplatz ist im Winter jeder Wiese vorzuziehen. Gras verwandelt sich bei Tauwetter in Matsch, friert nachts wieder und macht das Rangieren mit einem schweren Gespann zum Problem.
Die Ausrichtung entscheidet über die Heizkosten. Ein Platz, den die Sonne mittags erreicht, spart spürbar Energie; in engen Tälern kann die Sonne wochenlang gar nicht bis zum Talboden kommen. Ein Blick auf die Hangneigung ringsum lohnt vor der Reservierung.
Schneelast betrifft vor allem das Vorzelt. Nur wintertaugliche Konstruktionen halten größere Mengen aus; ein Sommervorzelt wird bei Schneefall regelmäßig abgekehrt oder gar nicht erst aufgebaut. Dasselbe gilt für Markisen, die bei Schnee eingefahren bleiben.
Ein letzter Punkt ist die Nachbarschaft. Auf Plätzen mit vielen Dauerstandplätzen bleiben die freien Flächen oft am Rand, weiter vom Sanitärgebäude entfernt und schlechter geräumt. Wer telefonisch reserviert, fragt gezielt nach einem befestigten Platz in dessen Nähe.
Was den Verbrauch senkt, ohne Komfort zu kosten
Die größte Wirkung hat die Isolation nach unten. Ein Fahrzeugboden über gefrorenem Untergrund gibt dauerhaft Wärme ab; Schaummatten oder ein dicker Teppich im Innenraum senken den Verbrauch spürbar und kosten einmalig wenig.
An zweiter Stelle stehen die Fenster. Thermomatten außen oder innen, konsequent geschlossene Rollos in der Nacht und ein Vorzelt, das als Kälteschleuse vor der Tür wirkt, reduzieren den Wärmeverlust an den Stellen, an denen er am größten ist.
Drittens die Betriebsweise: eine gleichmäßig gehaltene, eher niedrige Innentemperatur ist günstiger als der Wechsel zwischen Abschalten und Aufheizen. Wer tagsüber unterwegs ist, dreht nicht ganz ab, sondern hält eine Grundtemperatur – das schützt zugleich die Wasseranlage.
Reservierung, Anzahlung und Storno
Im Winter wird häufiger schriftlich reserviert als im Sommer, weil die Rezeption nicht durchgehend besetzt ist. Eine kurze Bestätigung per E-Mail mit Datum, Fahrzeugart und Stromwunsch verhindert Missverständnisse an einem verschlossenen Schranken.
Anzahlungen sind über Feiertage üblich, ebenso Mindestaufenthaltsdauern. Beides gehört vor der Buchung geklärt, ebenso die Stornofrist – im Winter ist die Wahrscheinlichkeit einer wetterbedingten Absage deutlich höher als im Sommer.
Wer mit dem Zelt anreist, klärt zusätzlich, ob das überhaupt erlaubt ist. Viele Ganzjahresplätze nehmen im Winter ausschließlich Wohnwagen und Wohnmobile auf. Welche Regeln beim Zelten generell gelten, fasst der Beitrag zum Zelten in Deutschland zusammen.
Häufige Fragen
Kann man im Winter mit dem Zelt auf einem Campingplatz übernachten?
Wo es erlaubt ist, ja. Die Einschränkung ist selten das Zelt, sondern die Infrastruktur: ohne beheiztes Sanitärgebäude und frostsichere Wasserstelle wird es schnell unangenehm. Das Schlafsystem entscheidet den Rest, wie der Vergleich der Schlafsäcke zeigt.
Wie viel Strom verbraucht ein Wohnwagen im Frost?
Das hängt an Aufbau, Dämmung und Zieltemperatur und lässt sich nicht pauschal beziffern. Verlässlich ist nur die Größenordnung: bei anhaltendem Frost ein Vielfaches des Sommerverbrauchs, und damit die größte Position der Rechnung.
Reicht ein Anschluss mit sechs Ampere?
Für Beleuchtung, Kühlschrank und eine kleine Zusatzheizung ja. Für Heizlüfter plus Wasserkocher plus Boiler nicht. Wer elektrisch heizen will, fragt vor der Buchung nach zehn oder sechzehn Ampere.
Was passiert mit dem Wassertank bei Minusgraden?
Entweder wird er vollständig entleert und die Anlage bleibt trocken, oder er wird beheizt betrieben. Ein halb gefüllter, unbeheizter Tank ist die Variante, die Leitungen und Ventile zerstört.
Sind Winterplätze in Skiregionen ausgebucht?
In den Ferienwochen häufig, außerhalb selten. Wer flexibel ist und die Wochen um die Schulferien meidet, findet auch kurzfristig Platz – und zahlt dann meist weniger.
Lohnt sich eine Mitgliedschaft in einem Campingclub?
Wenn mehrere Wochen im Jahr zusammenkommen, meist ja, wegen Ermäßigungen und geprüfter Platzangaben. Für ein einzelnes Winterwochenende rechnet sie sich nicht.
Die Suche nach einem geöffneten Platz ist im Winter keine Frage der Landschaft, sondern der Infrastruktur. Fünf Fragen am Telefon, ein Blick auf die Stromabsicherung und die Entscheidung für einen befestigten Standplatz klären das meiste – alles Weitere entscheidet sich an der Heizung.