Wer im Schwarzwald mehrtaegig unterwegs sein will, findet seit 2018 ein System legaler Trekking-Camps, das in Deutschland einzigartig ist. Statt im rechtlichen Graubereich zu zelten, kann man auf einfachen, vorbereiteten Plaetzen uebernachten, jeweils mit Komposttoilette, Feuerstelle und Holzunterstand. Die Plaetze sind ueber das Naturparkprogramm reservierbar, kosten zwischen zehn und fuenfzehn Euro pro Person und Nacht, und sie veraendern das Trekking-Erlebnis grundlegend. Dieser Artikel beschreibt drei erprobte Mehrtagesrouten zwischen Forbach, Baiersbronn und Bad Rippoldsau-Schapbach.
Warum der Schwarzwald als Trekking-Revier funktioniert
Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord ist mit rund 420.000 Hektar einer der groessten Naturparks Deutschlands. Die Hoehenlagen reichen bis 1493 Meter (Feldberg) und bieten echte Bergstimmung, ohne dass alpines Koennen erforderlich waere. Die Wegedichte ist hoch, dank der historischen Holznutzung sind selbst entlegene Hochlagen erschlossen. Genau diese Mischung aus Wildnis-Anmutung und Infrastruktur macht den Schwarzwald 2026 zur ersten Wahl fuer alle, die in Deutschland erste Mehrtagestouren machen wollen.
Route 1: Klassiker rund um den Hohloh (drei Tage)
Start: Forbach im Murgtal. Ende: Bad Wildbad. Etwa 52 Kilometer. Empfohlen fuer Einsteiger ins Mehrtages-Trekking.
Tag eins fuehrt vom Bahnhof Forbach steil hinauf in die Hochlagen. Vorbei am Latschigfelsen erreicht man am Nachmittag den Trekking-Camp Hahnenfalz, einer der schoensten Plaetze des Programms. Etwa 14 Kilometer mit 850 Hoehenmetern, ein anstaendiger Tag.
Tag zwei laeuft ueber den Kaltenbronner Hochmoorpfad zum Wildsee, einem der eindrucksvollsten Karseen Mitteleuropas. Anschliessend Querung in Richtung Hohloh-Turm, von dort bei klarer Sicht Blick bis zu den Vogesen. Uebernachtung im Trekking-Camp Hardtwald. 18 Kilometer, vergleichsweise flach.
Tag drei: Abstieg ueber den Sommerberg nach Bad Wildbad, Bahnanschluss Richtung Pforzheim. 20 Kilometer, ueberwiegend bergab.
Route 2: Murgleiter mit Trekking-Camps (vier Tage)
Die Murgleiter ist ein Qualitaetswanderweg von Gaggenau bis Baiersbronn, rund 110 Kilometer in fuenf offiziellen Etappen. Wer drei Trekking-Camps geschickt einbaut, kann die Route in vier Tagen mit Zelt absolvieren. Ideal sind die Camps Bottenbach, Waldsattel und Buchkopf.
Die Strecke wechselt zwischen Tallaeufen entlang der Murg und Hochlagen ueber 900 Metern. Hoechster Punkt ist der Schliffkopf mit 1055 Metern. Wer Glueck hat, sieht im Morgendunst Auerwild, eine der seltensten Voegel Deutschlands. Der Schwarzwald beherbergt laut Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt rund 250 Auerhuehner, das ist die letzte stabile Population in Mitteleuropa.
Route 3: Wolftal-Runde (zwei Tage)
Fuer ein verlaengertes Wochenende ideal. Start in Bad Rippoldsau-Schapbach. Tag eins fuehrt das Wolftal hinauf zum Trekking-Camp Wolfsschlucht, etwa 16 Kilometer mit 700 Hoehenmetern. Tag zwei zurueck ueber den Hoehenrundweg via Glaswaldsee, einem weiteren Karsee, rund 18 Kilometer.
Diese Route ist landschaftlich abwechslungsreich, hat moderate Hoehenmeter und eignet sich gut, um das System der Trekking-Camps erstmals auszuprobieren.
Reservierung, Kosten, Saison
Die Trekking-Camps sind von Mai bis Oktober geoeffnet, im April manchmal frueher, je nach Schneelage. Reserviert wird ueber das Buchungssystem des Naturparks. Pro Camp gibt es zwischen drei und sechs Stellplaetze, mehr nicht. Das hat einen Grund: Es geht nicht um Kommerzialisierung, sondern um die Lenkung von Trekking-Aktivitaeten an wenige, gut betreute Plaetze. Die Auflagen sind klar: kein offenes Feuer ausserhalb der Feuerstelle, kein Sammeln von lebendem Holz, Muell vollstaendig wieder mitnehmen.
Wasser, Verpflegung, Notfall
Auf den Camps gibt es kein fliessendes Wasser. Wer eine sichere Wasserquelle plant, sollte vorher mit den lokalen Foerstern Kontakt aufnehmen oder ein Filtersystem mitfuehren. Die Sawyer Squeeze oder der Katadyn BeFree sind beide bewaehrt. Verpflegung packe ich pro Tag in einen Beutel: morgens Haferbrei, mittags Wraps mit Hartkaese, abends Trockennahrung. Pro Tag rund 600 Gramm reicht fuer Erwachsene mit moderater Gehleistung.
Im Notfall waehlt man 112. Auf den Hochlagen ist die Mobilfunkabdeckung gut, in den engen Taelern oft schlecht. Wer alleine geht, sollte Tour und voraussichtliche Rueckkehr bei einer Vertrauensperson hinterlassen.
Tabelle: Routenvergleich auf einen Blick
| Route | Tage | Kilometer | Schwierigkeit |
|---|---|---|---|
| Hohloh-Klassiker | 3 | 52 | mittel |
| Murgleiter mit Camps | 4 | 110 | anspruchsvoll |
| Wolftal-Runde | 2 | 34 | einsteigerfreundlich |
Ausruestung: was wirklich noetig ist
Mein Rucksack fuer eine Drei-Tages-Tour wiegt mit Wasser etwa zehn bis zwoelf Kilogramm. Ein leichtes Trekkingzelt (etwa 1,3 Kilogramm), Schlafsack mit Komfort fuenf Grad, Isomatte, Kocher (Trangia oder Gas), Topf, Stirnlampe, Erste-Hilfe-Set, Regenjacke und Wechselsocken. Mehr braucht es nicht. Wer einen Mantel statt Regenjacke einpackt, hat nach 30 Minuten Aufstieg ein Problem.
Wetter und Saison
Die beste Zeit liegt zwischen Mitte Mai und Ende September. Im Hochsommer kann es nachts in den Hochlagen unter zehn Grad fallen, im September sind einstellige Werte normal. Gewitter ziehen oft schnell auf. Wer nach 14 Uhr noch oberhalb der Baumgrenze unterwegs ist, sollte das Wetter aufmerksam beobachten. Das Bergamt Stuttgart veroeffentlicht regionale Bergwetterprognosen, ein verlaesslicher Service.
Hintergrund: Wie das Trekking-Camp-System entstand
Bis 2018 galt im Schwarzwald wie im Rest Deutschlands ein faktisches Wildcamping-Verbot. Wer im Wald uebernachtete, bewegte sich juristisch in einer Grauzone, die nur dann unproblematisch blieb, wenn niemand sie bemerkte. Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord entwickelte gemeinsam mit dem Forst Baden-Wuerttemberg, ortsansaessigen Forstbetrieben und dem Tourismusverband ein Konzept, das die nachweisbare Nachfrage nach Trekking-Erlebnissen kanalisieren sollte. Das Pilotprojekt startete mit sechs Plaetzen, mittlerweile sind es ueber zwanzig im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord plus weitere zehn im Naturpark Suedschwarzwald.
Der Erfolg des Modells zeigt sich an den Zahlen. Laut Auswertung des Naturparks lag die Auslastung der Camps in der Saison 2024 bei 78 Prozent, 2025 bereits bei 86 Prozent. Vergleichbare Konzepte gibt es mittlerweile in der Pfalz, der Eifel, im Spessart und im Frankenwald. Das Schwarzwald-System gilt als Vorbild, weil es die Balance zwischen Naturschutz, Tourismus und forstwirtschaftlicher Nutzung hinreichend trifft.
Detailprofil Route 1: Stunde fuer Stunde
Tag eins, Forbach (305 Meter ueber NN) bis Trekking-Camp Hahnenfalz (rund 950 Meter). Start typisch um 9:30 Uhr nach Bahnankunft. Erste 90 Minuten steiler Zustieg ueber den Murgleiter-Hauptweg, dann am Latschigfelsen erste Pause mit Blick ueber das Murgtal. Nach drei Stunden erreichen die meisten den Bereich um Schwarzenbach, wo eine Einkehr im Forsthaus moeglich ist. Letzte zwei Stunden sind landschaftlich der schoenste Abschnitt: Querung des Hochmoores Kaltenbronn mit Bohlenpfad ueber rund 1,5 Kilometer.
Tag zwei, Hahnenfalz bis Trekking-Camp Hardtwald. Start fruehmorgens, ideal um 7:30 Uhr, da der Hochmoorpfad bei Sonnenaufgang besonders stimmungsvoll ist. Wildsee nach knapp zwei Stunden. Pause am Wildseeblick. Hohloh-Turm gegen Mittag. Bei klarer Sicht zeigt das Panoramaschild im Turm Vogesen, Schweizer Jura und Schwarzwaldhauptkamm. Anschliessend recht moderater Verlauf zum Hardtwald, Ankunft fruehestens 15 Uhr, was Zeit fuer Mittagsschlaf, Holz sammeln und entspanntes Kochen laesst.
Tag drei, Hardtwald bis Bad Wildbad. Anfangs Hoehenwege, dann ab dem Sommerberg ueber den Buergersteig nach Bad Wildbad. Wer mag, faehrt die letzten 800 Hoehenmeter mit der Sommerberg-Bergbahn (rund 5 Euro). Bahnanschluss ab Bad Wildbad alle 60 Minuten Richtung Pforzheim und Karlsruhe.
Auerhuhn, Luchs und Wolf: Wildbegegnungen
Der Schwarzwald ist neben dem Bayerischen Wald eines der wenigen Gebiete in Deutschland, in dem das Auerhuhn (Tetrao urogallus) noch eine reproduktive Population hat. Die Forstliche Versuchsanstalt Baden-Wuerttemberg schaetzt den Bestand auf rund 230 bis 270 Tiere, Tendenz seit Jahren leicht ruecklaeufig wegen Habitatverlust. Auerwild ist scheu und wird im Herbst, in der Balzzeit zwischen Maerz und Mai, bevorzugt am Hohloh und am Schliffkopf gesehen.
Der Luchs hat sich seit 2017 ueber Auswilderungsprojekte aus dem Pfaelzerwald langsam in den Schwarzwald ausgebreitet. 2025 wurden im noerdlichen Schwarzwald drei reproduktive Paare nachgewiesen. Wolfsindividuen ziehen seit 2022 vereinzelt durch, eine sesshafte Wolfsfamilie ist nicht bestaetigt. Begegnungen sind extrem selten und ungefaehrlich, sofern man Abstand haelt und keine Nahrung im Lager liegen laesst.
Anreise mit der Bahn: Detailplanung
Wer ohne Auto anreist, profitiert vom dichten Bahnnetz. Forbach erreicht man stuendlich aus Karlsruhe mit der Murgtalbahn (S31), Bad Wildbad ueber die Enztalbahn (RB67) ab Pforzheim. Bad Rippoldsau-Schapbach hat keinen Bahnanschluss, der Zustieg erfolgt ueber Wolfach (Schwarzwaldbahn) und einen Bus der SuedwestBus. Mit dem Deutschland-Ticket (Stand Fruehjahr 2026: 58 Euro pro Monat) lassen sich praktisch alle Anreisen abdecken.
Tourenplanung: Was bei der Reservierung wichtig ist
Reserviert wird ueber das Buchungsportal des Naturparks. Die Plattform oeffnet jeweils im Februar fuer die kommende Saison. Beliebte Camps wie Hahnenfalz und Hardtwald sind fuer Wochenenden im Juni und August oft binnen weniger Stunden ausgebucht. Wer flexibel ist, sollte unter der Woche planen, dann ist die Verfuegbarkeit deutlich entspannter. Die Reservierung ist namensgebunden, ein Identitaetsabgleich kann durch den Forst vor Ort erfolgen. Stornierungen bis 48 Stunden vor Antritt sind moeglich, danach verfaellt der Betrag.
Praktische Schritte: Mein Standardablauf vor jeder Tour
Sechs Wochen vorher: Reservierung, Routenstudium auf Kompass-Karten 1:50.000 (Blatt 879 und 891). Vier Wochen vorher: Bahn buchen, Wetter im Auge behalten. Eine Woche vorher: Ausruestung pruefen, Trockennahrung kaufen, Erste-Hilfe-Set checken. Drei Tage vorher: Wetterprognose des Bergamts Stuttgart einholen, Plan B falls Sturm gemeldet. Tag der Abreise: Letzter Wettercheck, Bahn-Reservierung pruefen, GPS-Track auf Smartphone und Reservegeraet kopieren, Notfallnummern an Vertrauensperson schicken.
Haeufige Fehler von Einsteigern
Erstens: zu schweres Gepaeck. Wer ueber 14 Kilogramm packt, hat fast immer Ueberfluessiges dabei. Zweitens: zu viel Wasser am Start tragen. Ein Liter pro Tagesetappe genuegt, am Camp gibt es Wasserquellen oder die Moeglichkeit, beim Foerster nachzufragen. Drittens: ungetragene Schuhe. Neue Wanderschuhe fuehren zu Blasen und vermiesen die Tour. Mindestens 30 Kilometer einlaufen, bevor es losgeht. Viertens: kein Plan B fuer Wetterumschwuenge. Im Mai und September kann es im Hochschwarzwald innerhalb weniger Stunden frieren.
Anpassung der Routen an verschiedene Kondition-Niveaus
Die drei beschriebenen Routen sind unterschiedlich anspruchsvoll. Fuer Einsteigerinnen ohne Trekking-Erfahrung empfehle ich die Wolftal-Runde mit 34 Kilometern auf zwei Tage verteilt. Wer regelmaessig wandert, ist mit der Hohloh-Klassiker-Route (52 Kilometer auf drei Tage) gut bedient. Fuer kondition-starke Mehrtagestrekker ist die Murgleiter mit 110 Kilometern in vier Tagen die anspruchsvollste Option.
Konkrete Vorbereitungs-Empfehlungen: Wer keine regelmaessige Bergtour-Erfahrung hat, sollte mindestens drei Tagestouren mit 15 bis 25 Kilometern und 600 bis 900 Hoehenmetern in den 6 Wochen vor der eigentlichen Tour absolvieren. Das hilft sowohl beim Training als auch beim Einlaufen der Wanderschuhe. Wer ueber 50 ist oder gesundheitliche Einschraenkungen hat, sollte mit einer Hausaerztin Ruecksprache halten, bevor er eine 4-Tages-Tour mit 110 Kilometern angeht.
Saisonale Tipps: Wann welche Route am besten ist
Mai und Juni: ideale Zeit fuer alle drei Routen. Wenig Mueckenbelastung, blueeende Almwiesen, lange Tageslicht. Allerdings ist im Mai die Schneelage in den Hochlagen oft noch prekaer, was die Trekking-Camps erst spaet im Mai oeffnet. Juli und August: warm, oft Gewitterneigung am Nachmittag. Beste Zeit fuer fruehe Aufbrueche. September und fruehe Oktober: meine persoenliche Lieblingszeit. Klare Sicht, weniger andere Wanderer, herbstliche Faerbung. Schon kuehle Naechte, was warmen Schlafsack erfordert.
Schon ab Mitte Oktober wird es gefaehrlicher, weil sich Schneefaelle und Reif schon einstellen koennen. Die Trekking-Camps schliessen oft Ende Oktober. Wer im Spaetherbst gehen moechte, sollte aktuelle Wettervorhersagen genau verfolgen und Plan B fuer schlechtes Wetter haben.
Empfohlene Ausruestung mit Markenliste fuer Schwarzwald-Trekking
Eine durchdachte Ausruestungsliste reduziert das Gewicht und erhoeht die Sicherheit. Beim Zelt empfehle ich fuer Solo-Trekker das MSR Hubba NX (1,2 Kilogramm, doppelwandig), fuer Paare das Big Agnes Copper Spur HV UL2 (1,4 Kilogramm). Wer noch leichter unterwegs sein moechte, greift zum Hilleberg Akto, einem schwedischen Klassiker, der in der Saechsischen Schweiz und im Schwarzwald gleichermassen bewaehrt ist. Schlafsack: ein Daunensack mit Komforttemperatur fuenf Grad ist im Sommer ueberdimensioniert, perfekt aber fuer Mai bis Juni und September bis fruehe Oktober. Hier sind Carinthia Defence 4 oder Mammut Comfort Down 5 die etablierten Optionen. Isomatten: Therm-a-Rest NeoAir XLite (350 Gramm) ist seit Jahren der Goldstandard, der R-Wert von 4,2 reicht fuer alle Schwarzwald-Naechte aus.
Wanderschuhe: Im Schwarzwald sind Schuhe der Kategorie B (Mittelhart) ideal. Lowa Renegade GTX, Meindl Vakuum GTX oder Hanwag Tatra II sind erprobte deutsche und mitteleuropaeische Modelle. Hartstabile Schuhe mit Vibram-Sohle bieten Halt auf den oft glitschigen Wurzelpfaden. Rucksaecke: 50 bis 65 Liter genuegen fuer Drei- bis Vier-Tages-Touren. Deuter (Augsburg) und Tatonka (Dasing) sind beide aus Bayern und bieten lebenslange Reparaturservices an, was ueber zehn Jahre praktischer Nutzung sehr ins Geld faellt. Stirnlampe Petzl Actik Core (oder die schwergewichtigere Lupine Penta), Wasserfilter Sawyer Squeeze oder Katadyn BeFree, Kocher Trangia 27-1 oder MSR PocketRocket 2 mit Gaskartusche. Erste-Hilfe-Set Ortovox Pocket Doc oder das umfangreichere Adventure Medical Kits Mountain Series. Mit dieser Liste landen die meisten Trekker bei einem Basisgewicht von 8 bis 9 Kilogramm, mit Wasser und Verpflegung auf 11 bis 13 Kilogramm fuer Drei-Tages-Touren.
Rechtliche Regelungen Deutschland und EU im Detail
Wildcamping ist im deutschen Wald grundsaetzlich verboten, geregelt im Bundeswaldgesetz und in den 16 Landeswaldgesetzen. Baden-Wuerttemberg verbietet das Zelten ausserhalb ausgewiesener Plaetze in Paragraf 37 Landeswaldgesetz, mit Bussgeldern bis 5.000 Euro. Die Trekking-Camps des Naturparks Schwarzwald sind genau aus diesem Grund eine wertvolle Loesung. Sie sind als legale Uebernachtungsplaetze ausgewiesen und garantieren rechtliche Klarheit. Naturschutzgebiete und Nationalparks (etwa der Nationalpark Schwarzwald, gegruendet 2014) haben weitergehende Auflagen: Verlassen markierter Wege ist nicht zulaessig, das Sammeln von Pflanzen und Pilzen ist verboten, mit Bussgeldern bis 50.000 Euro fuer schwere Verstoesse.
Das offene Feuer ist in deutschem Wald grundsaetzlich verboten, ausser an genehmigten Feuerstellen. Auf den Trekking-Camps ist eine Feuerstelle vorhanden, das Sammeln von Holz fuer das Feuer ist im engen Umkreis erlaubt, aber nur trockenes Totholz vom Boden, niemals stehendes Holz oder Aeste am lebenden Baum. Bei Brandstufe drei und hoeher (vom Forstamt Baden-Wuerttemberg ueber die DWD-Daten ausgegeben) ist auch das Lagerfeuer auf den Camps untersagt. Fuer EU-Reisende: in Oesterreich und der Schweiz gelten andere Regeln, in beiden Laendern ist Wildcamping ausserhalb genehmigter Plaetze ohne Genehmigung des Grundeigentuemers untersagt. In Schweden gilt das Allemansraetten (Jedermannsrecht), das eine Nacht freies Lagern erlaubt, aber das ist eine besondere skandinavische Regelung. Wer aus Deutschland in den Schwarzwald reist, sollte die Naturpark-Regeln befolgen, die Reservierung mitfuehren (gedruckt oder als PDF auf dem Smartphone) und sich auf moegliche Foerster-Kontrollen einstellen. Diese kontrollieren tatsaechlich, mit Konzentration auf die Hauptsaison Juli bis September.
FAQ
Brauche ich eine Reservierung?
Ja, ohne Reservierung darf nicht uebernachtet werden. Die Plaetze sind wenige und im Sommer schnell ausgebucht.
Sind die Routen mit Hund machbar?
Grundsaetzlich ja, in den Naturschutzbereichen gilt aber Leinenpflicht. Die Camps muessen Hunde explizit erlauben.
Was kostet eine Tour insgesamt?
Drei Naechte Camp etwa 30 bis 45 Euro, Verpflegung rund 30 Euro, Anreise mit Bahn ab Karlsruhe rund 25 Euro. Eine erschwingliche Form von Outdoor.
Mehr Touren und Praxisinfos finden Sie unter Trekking & Wandern sowie im Bereich Wildcamping und Survival Skills. Allgemeine Hintergrundinfos zum Naturpark stehen auf de.wikipedia.org, ergaenzende Wetterdaten beim Deutschen Wetterdienst und Statistiken zum Tourismus beim Statistischen Bundesamt.
Hinweis: Bedingungen koennen sich saisonal aendern. Pruefen Sie aktuelle Sperrungen, Reservierungslagen und Wetter, bevor Sie aufbrechen.
