Ende Oktober geht die Sonne in Mitteleuropa vor fünf Uhr nachmittags unter. Zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang liegen dann keine sechzehn Stunden wie im Juni, sondern knapp zehn. Die Runde bleibt gleich lang, das Zeitfenster schrumpft um mehr als ein Drittel. Genau daran scheitern im Herbst die meisten Planungen.
Die Umkehrzeit ist die Antwort darauf. Sie ist kein Bauchgefühl und keine Empfehlung, sondern eine Uhrzeit, die vor dem Start feststeht und die man aufschreibt: Wer sie erreicht, dreht um, auch wenn der Gipfel zum Greifen nah aussieht. Genau an diesem Punkt laufen die meisten Gruppen weiter.
Die Rechnung dahinter besteht aus vier Größen: Sonnenuntergang, Gehzeit, Pausen und Reserve. Sie steht in fünf Minuten am Küchentisch und liefert am Ende eine einzige Zahl. Drei durchgerechnete Beispiele zeigen, wie unterschiedlich diese Zahl bei einer Halbtagsrunde, einer Tagestour und einer langen Bergtour ausfällt.
- Das Ergebnis: eine feste Uhrzeit, ab der umgedreht wird, notiert vor dem Losgehen
- Die Rechnung: Sonnenuntergang minus Reserve minus Rückweg minus Restpausen
- Gehzeit: 300 Höhenmeter pro Stunde aufwärts, 500 abwärts, vier Kilometer pro Stunde in der Fläche
- Reserve: 45 Minuten auf breiten Wegen, 60 bis 90 Minuten im Steilgelände
- Dämmerung: nach Sonnenuntergang bleibt rund eine halbe Stunde brauchbares Licht, im Wald weniger
- Immer dabei: Stirnlampe mit vollem Akku, auch auf der Zweistundenrunde
- Notruf: europaweit 112, in Österreich zusätzlich 140, in der Schweiz 1414
Warum die Umkehrzeit vor der Route feststeht
Wer erst unterwegs entscheidet, entscheidet unter den schlechtesten Bedingungen: müde, mit dem Ziel vor Augen, in einer Gruppe, in der niemand als Erster aufgeben will. Die Umkehrzeit verlegt diese Entscheidung an den Küchentisch, wo Höhenmeter, Fahrplan und Sonnenuntergang nüchtern nebeneinanderliegen.
Der zweite Grund ist rechnerisch. Eine Verzögerung im Aufstieg wirkt doppelt: Sie kostet die Zeit selbst, und sie schiebt den Abstieg in die Dämmerung, in der man langsamer geht. Wer eine halbe Stunde hinter dem Plan liegt, kommt selten eine halbe Stunde später an, sondern eher eine ganze.
Der dritte Grund ist banal und trotzdem entscheidend: Eine Uhrzeit lässt sich prüfen, ein Gefühl nicht. Bei mir steht sie auf dem Zettel im Deckelfach, zusammen mit der Ausweichvariante und der letzten Busabfahrt im Tal.
Umkehrzeit berechnen: die vier Größen der Rechnung
Die erste Größe ist der Sonnenuntergang am Tourtag und am Tourort, nicht der aus dem Wetterbericht der Landeshauptstadt. Zwischen dem westlichen und dem östlichen Rand Deutschlands liegen rund 35 Minuten Unterschied, zwischen Anfang und Ende Oktober noch einmal gut eine Stunde.
Die zweite Größe ist die reine Gehzeit, die dritte die Summe aller Pausen, die vierte die Sicherheitsreserve. Aus diesen vier Werten entstehen zwei Uhrzeiten: die späteste Startzeit und die Umkehrzeit. Die eine sagt, wann man losgehen muss, die andere, wann man aufhört, nach oben zu gehen.
Die Formel ist kurz. Umkehrzeit gleich Sonnenuntergang minus Reserve minus Rückweg minus der Pausen, die auf dem Rückweg noch anfallen. Alles Weitere in diesem Text erklärt nur, wie man die einzelnen Bausteine ehrlich schätzt.
Schritt für Schritt zur eigenen Uhrzeit
- Sonnenuntergang für den Tourtag und den Talort nachschlagen und aufschreiben, nicht nur merken.
- Sicherheitsreserve abziehen: 45 Minuten auf breiten Wegen, 60 bis 90 Minuten, wenn der Abstieg steil, felsig oder drahtseilgesichert ist. Das Ergebnis ist die geplante Rückkehrzeit am Ausgangspunkt.
- Gehzeit für die ganze Runde rechnen: Aufstieg 300 Höhenmeter pro Stunde, Abstieg 500, Strecke vier Kilometer pro Stunde. Den größeren der beiden Werte voll nehmen, den kleineren zur Hälfte, beides addieren.
- Pausen dazurechnen: zehn Minuten pro Gehstunde plus die lange Rast. Bei sechs Stunden Gehzeit ergibt das über eine Stunde.
- Späteste Startzeit bilden: geplante Rückkehr minus Gehzeit minus Pausen. Liegt sie vor dem frühesten möglichen Start, passt die Tour nicht in den Tag.
- Rückweg ab dem höchsten Punkt separat rechnen, mit denselben Werten, plus die Pausen, die auf dem Rückweg noch vorgesehen sind.
- Umkehrzeit bilden: geplante Rückkehr minus Rückweg minus Restpausen. Diese Uhrzeit auf den Kartenrand schreiben oder in die Uhr eintragen.
Sieben Schritte, fünf Minuten Aufwand. Wer die Rechnung zweimal gemacht hat, macht sie beim dritten Mal im Kopf.
Sonnenuntergang ist nicht der Moment, in dem es dunkel wird

Nach dem Sonnenuntergang folgt die bürgerliche Dämmerung, in der die Sonne bis zu sechs Grad unter dem Horizont steht. In Mitteleuropa dauert sie im Herbst etwa eine halbe Stunde. In dieser Phase erkennt man Wegverlauf, Wurzeln und Markierungen noch ohne Lampe, Farben dagegen kaum.
Das gilt für freies Gelände mit flachem Horizont. Im dichten Fichtenwald wird es eine halbe Stunde früher dunkel, und in einem nach Osten offenen Talkessel verschwindet die Sonne ein bis zwei Stunden vor der Tabellenzeit hinter dem Grat. Die Tabelle beschreibt den Horizont, nicht Ihr Tal.
Die praktische Folge: Diese halbe Stunde ist keine Reserve, sondern der Puffer für den Weg vom Waldrand zum Parkplatz. Wer sie einplant, plant den Abstieg im Halbdunkel. Wer sie freihält, hat sie, wenn etwas dazwischenkommt.
Gehzeit schätzen, statt sie aus der App zu übernehmen
Tourenportale rechnen mit einer Normzeit für eine trainierte Person auf trockenem Untergrund. Darin stecken keine Pausen, keine Fotostopps, keine Gruppe mit unterschiedlichem Tempo und keine nassen Wurzeln. Als Vergleichsmaßstab zwischen zwei Touren ist die Zahl brauchbar, als Terminplan nicht.
Verlässlicher ist der eigene Faktor. Wer auf drei bekannten Touren die tatsächliche Zeit mit der Normzeit vergleicht, bekommt eine Verhältniszahl: 1,0 heißt, die Norm passt; 1,3 heißt, jede Angabe wird mit 1,3 multipliziert. Dieser Faktor bleibt über Jahre erstaunlich stabil.
In der Gruppe zählt die langsamste Person, und das Tempo sinkt mit jeder zusätzlichen Person, weil sich Pausen addieren statt zu überlappen. Ab sechs Leuten schlage ich pauschal fünfzehn Prozent auf. Eine saubere Navigation mit Karte und Kompass spart im Nebel mehr Zeit, als jedes schnellere Gehen einbringt.
Die Pausen, die in keiner Rechnung stehen
Die geplante Mittagsrast steht in jeder Kalkulation, die anderen Pausen nicht: Schicht aus- und wieder anziehen, Karte prüfen, Blase versorgen, Rucksack umpacken, an der Weggabelung diskutieren. Jede kostet drei bis acht Minuten, und auf einer Tagestour kommen leicht acht davon zusammen.
Als Rechengröße haben sich zehn Minuten pro Gehstunde bewährt, zusätzlich zur langen Rast. Bei sieben Stunden Gehzeit sind das siebzig Minuten Kleinkram plus vierzig Minuten Mittag, also fast zwei Stunden. Wer das weglässt, verschiebt seine Umkehrzeit um genau diesen Betrag nach hinten, ohne es zu merken.
Im Herbst kommt ein Posten dazu: Umziehen. Zwischen Talstart bei sechs Grad, sonnigem Kamm bei vierzehn und windiger Scharte bei vier zieht man drei- bis viermal um. Das ist der Preis für ein funktionierendes Zwiebelprinzip, und er gehört in die Rechnung.
Wie groß die Sicherheitsreserve sein muss
Die Reserve ist nicht dafür da, gemütlich anzukommen. Sie deckt ab, was man nicht plant: eine falsche Abzweigung mit zwanzig Minuten Rückweg, einen umgestürzten Baum quer über dem Steig, eine Bänderdehnung, einen Wettersturz, der den Grat zur Umgehung zwingt.
Auf breiten Forstwegen im Mittelgebirge reichen 45 Minuten. Sobald der Abstieg steil, felsig oder ausgesetzt ist, sind 60 bis 90 Minuten angemessen, weil dort jede Verzögerung länger dauert und Dunkelheit nicht nur unbequem, sondern gefährlich ist. Hängt die Rückreise an einem Bus, richtet sich die Reserve nach dem Fahrplan statt nach dem Licht.
Eine Reserve, die regelmäßig aufgebraucht wird, ist keine Reserve, sondern eine zu knappe Planung. Wer dreimal hintereinander in der Dämmerung ankommt, hatte nicht Pech, sondern rechnet falsch.
Beispiel 1: Halbtagsrunde im Mittelgebirge
Referenztag für alle drei Beispiele ist ein Samstag Mitte Oktober mit Sonnenuntergang im Tal um 18:20 Uhr. Erste Tour: zwölf Kilometer, 400 Höhenmeter im Auf- und Abstieg, durchgehend breite Wege.
Höhenmeterzeit: 400 durch 300 ergibt 1:20, dazu 400 durch 500 gleich 0:48, zusammen 2:08. Streckenzeit: zwölf durch vier gleich 3:00. Die Streckenzeit ist größer und zählt voll, die Höhenzeit zur Hälfte. Gehzeit rund 4:05, dazu 45 Minuten Pausen, macht 4:50.
Sonnenuntergang 18:20 minus 45 Minuten Reserve ergibt eine geplante Rückkehr um 17:35 und damit eine späteste Startzeit um 12:45. Der Rückweg vom höchsten Punkt dauert etwa 1:50 einschließlich einer kurzen Pause. Umkehrzeit: 17:35 minus 1:50, also 15:45.
Beispiel 2: Tagestour mit tausend Höhenmetern
Sechzehn Kilometer, 1000 Höhenmeter auf und ab, überwiegend schmaler Bergweg. Höhenmeterzeit: 1000 durch 300 gleich 3:20 plus 1000 durch 500 gleich 2:00, zusammen 5:20. Streckenzeit: 16 durch vier gleich 4:00.
Diesmal ist die Höhenzeit größer, sie zählt voll, die Streckenzeit zur Hälfte. Gehzeit rund 7:20, plus eine Stunde Pausen, macht 8:20. Bei geplanter Rückkehr um 17:35 liegt die späteste Startzeit bei 9:15 Uhr, und das ist an einem Oktobersamstag mit zwei Stunden Anfahrt bereits knapp.
Der Abstieg allein: 1000 Höhenmeter durch 500 gleich 2:00, acht Kilometer durch vier gleich 2:00, nach derselben Regel also 3:00, plus zwanzig Minuten Pause. Umkehrzeit: 17:35 minus 3:20, also 14:15. Wer um 14:15 noch eine Stunde unter dem Gipfel steht, dreht um.
Beispiel 3: Lange Bergtour, bei der die Rechnung nicht aufgeht
22 Kilometer, 1500 Höhenmeter Aufstieg, 1800 Abstieg zu einem anderen Talort. Höhenmeterzeit: 5:00 plus 3:36, zusammen 8:36. Streckenzeit: 5:30. Die Höhenzeit zählt voll, die Streckenzeit zur Hälfte, ergibt eine Gehzeit von rund 11:20. Mit 1:15 Pausen sind das 12:35.
Mitte Oktober stehen keine elf Stunden Tageslicht zur Verfügung. Die Tour passt nicht in den Tag, und das ist kein Zwischenergebnis, sondern das Ergebnis. Realistische Auswege: den Aufstieg mit einer Bergbahn abkürzen, die Runde auf zwei Tage mit Hüttenübernachtung teilen oder eine kürzere Variante wählen.
Rechnerisch läge die Umkehrzeit hier bei 12:15. Bei einem Start um 6:30 blieben für 1500 Höhenmeter Aufstieg keine sechs Stunden, gerechnet sind es über sechs. Auch das ist eine klare Antwort, und sie kommt am Küchentisch statt an der Scharte.
| Tour | Gehzeit | Pausen | Rückweg | Umkehrzeit |
|---|---|---|---|---|
| 12 km, 400 Hm | 4:05 | 0:45 | 1:50 | 15:45 |
| 16 km, 1000 Hm | 7:20 | 1:00 | 3:20 | 14:15 |
| 22 km, 1500 Hm | 11:20 | 1:15 | 5:20 | 12:15 |
Alle Werte gelten für Sonnenuntergang 18:20 Uhr und 45 Minuten Reserve. Verschiebt sich der Sonnenuntergang um eine Stunde, verschieben sich alle Umkehrzeiten mit.
Was den Zeitplan im Herbst zusätzlich verschiebt
Nasses Laub auf Wurzeln und Wegplatten kostet Tempo, vor allem bergab. Auf steilen Laubwaldabstiegen geht man dann eher wie auf Altschnee als wie auf trockener Erde. In solchen Abschnitten rechne ich mit einem Viertel mehr Zeit, und bei Touren durch bunte Laubwälder betrifft das oft die halbe Strecke.
Dazu kommen Nebel, der die Orientierung verlangsamt, ausgedünnte Busfahrpläne nach den Sommerferien, geschlossene Hütten ohne Einkehr und abgestellte Wasserstellen. Jeder Punkt kostet für sich wenig, in Summe schnell eine Stunde.
Und der Kalender: Am letzten Sonntag im Oktober endet die Sommerzeit, der Sonnenuntergang springt über Nacht eine Stunde nach vorn. Wer die Umkehrzeit vom Vorwochenende übernimmt, plant plötzlich eine Stunde zu spät.
Der Abstieg ist nicht die halbe Aufstiegszeit
Die Höhenmeterregel legt nahe, dass Abstiege schnell gehen: 500 Meter pro Stunde gegenüber 300 im Aufstieg. In der Vertikalen stimmt das. Die Horizontaldistanz bleibt aber gleich lang, und die zählt beim Abstieg genauso wie beim Aufstieg.
Praktisch dauert der Rückweg auf derselben Route meist zwei Drittel bis drei Viertel der Aufstiegszeit, nicht die Hälfte. Bei nassem Untergrund, müden Knien oder unterschiedlichem Tempo in der Gruppe kann er gleich lang werden. Wer den Abstieg zu optimistisch ansetzt, unterschätzt genau den Teil der Tour, der im Dunkeln stattfindet.
Deshalb rechne ich den Rückweg immer separat und nie als Prozentsatz des Aufstiegs. Es sind zwei Minuten mehr Arbeit und die einzige Zahl, die die Umkehrzeit wirklich trägt.
Wenn die Umkehrzeit erreicht ist
Dann wird umgedreht. Ohne Abstimmung, ohne Neuverhandlung, ohne den Satz, dass es doch nur noch zwanzig Minuten seien. Diese zwanzig Minuten sind fast nie zwanzig Minuten, und sie kosten am Ende vierzig, weil derselbe Abschnitt zurück auch wieder Zeit braucht.
Eine Ausnahme gibt es: wenn der Weiterweg objektiv kürzer ist als der Rückweg, etwa bei einer Überschreitung mit Abstieg auf der anderen Seite. Diese Möglichkeit gehört in die Planung, nicht in die Diskussion am Umkehrpunkt. Wer sie vorher nicht notiert hat, hat sie unterwegs nicht.
Sinnvoll ist zusätzlich eine Zwischenmarke: eine Uhrzeit für einen definierten Punkt etwa auf halber Strecke. Wer dort zu spät ist, kürzt sofort ab, statt es erst oben zu merken.
Die Umkehrzeit in der Gruppe durchsetzen
Der Widerstand kommt selten aus schlechter Absicht. Er entsteht, weil niemand die Gruppe bremsen will und weil das Ziel sichtbar ist, während die Dunkelheit abstrakt bleibt. Deshalb funktioniert es besser, die Zahl vor dem Losgehen laut auszusprechen, als sie am Umkehrpunkt zu verteidigen.
Drei Sätze am Parkplatz genügen: Das ist unsere Umkehrzeit. Das ist der Grund dafür. Wer erinnert daran? Sobald eine Person diese Aufgabe übernommen hat, wird die Zeit auch angesagt.
In gemischten Gruppen hilft ein zweiter Vereinbarungspunkt: eine Stelle, an der sich die Gruppe teilen darf, mit festem Treffpunkt und fester Uhrzeit. Das ist deutlich sicherer als eine Gruppe, die sich unabgesprochen auseinanderzieht.
Wenn es doch dunkel wird: was dann zählt

Zuerst Licht: Stirnlampe aufsetzen, bevor man sie braucht, nicht danach. Der Übergang ins Dunkel geht schneller, als man ihn bemerkt, und ein Stolperer kostet mehr als der Akku. Dann Tempo: kürzere Schritte, Stöcke einsetzen, Abstände in der Gruppe verkleinern.
Dann Weg: auf dem markierten Weg bleiben, auch wenn eine Abkürzung logisch aussieht. Verirren passiert nachts fast immer bei einer Abkürzung. Ein kleines Erste-Hilfe-Set und eine Rettungsdecke gehören auch auf kurze Runden in den Rucksack, weil Warten im Kalten das häufigste Szenario ist.
Wenn ein sicheres Weiterkommen nicht mehr möglich ist, ist Warten die bessere Entscheidung als Weitergehen. Der Notruf ist europaweit die 112, in Österreich zusätzlich die 140 der Bergrettung, in der Schweiz die 1414 der Rega. Durchgeben: wo, was, wie viele, welche Verletzungen, welches Wetter. Das alpine Notsignal gilt weiterhin: sechs Zeichen pro Minute, eine Minute Pause, die Antwort besteht aus drei Zeichen pro Minute.
Häufige Fragen
Gilt die Umkehrzeit auch auf einer Rundtour?
Ja, mit einer Anpassung. Auf einer Runde ist der Rückweg ab einem bestimmten Punkt kürzer als der Hinweg. Rechnen Sie die Umkehrzeit für den letzten Punkt, an dem die Umkehr noch die schnellere Variante ist, und legen Sie zusätzlich eine Abkürzung fest.
Wie viel Reserve ist zu viel?
Zu viel Reserve gibt es praktisch nicht, zu lange Touren schon. Wenn die Rechnung mit 90 Minuten Reserve nicht aufgeht, ist nicht die Reserve das Problem, sondern die Länge der Route. Kürzen Sie die Tour, nicht den Puffer.
Reicht ein Wecker in der Uhr?
Ein Alarm ist besser als nichts, sollte aber nicht die einzige Absicherung sein. Uhren verschwinden unter dem Ärmel, Akkus leeren sich bei Kälte schneller als erwartet. Eine Notiz am Kartenrand überlebt beides.
Was ändert sich bei Schnee?
Fast alles. Spuranlage im Neuschnee kann die Gehzeit verdoppeln, verdeckte Markierungen kosten Orientierungszeit, und die Reserve muss deutlich größer ausfallen. Eine Winterrechnung mit Sommerwerten aufzustellen ist der häufigste Planungsfehler der kalten Monate.
Woher bekomme ich den Sonnenuntergang für meinen Startort?
Die Werte stehen in den Übersichten des Deutschen Wetterdienstes und in jeder Karten-App. Nehmen Sie den Talort statt der nächsten Großstadt und ziehen Sie in engen Tälern noch einmal Zeit ab.
Zwei Zahlen entscheiden im Herbst über eine Tour: die späteste Startzeit und die Umkehrzeit. Wer beide vor dem Losgehen kennt, muss unterwegs nichts mehr abwägen, sondern nur noch auf die Uhr schauen.